WiesbadenAktuellesNews2019

2019

Wiesbadener Kleingärtner besuchen das politische Berlin

Geschichte hautnah erfahren

Die Kleingärtner sind nicht nur auf ihre Garten fixiert, sondern sie sind auch politisch interessiert. Auf Einladung eines Bundestagsabgeordneten traf man sich am Frankfurter Hauptbahnhof, um die Fahrt in die Bundeshauptstadt anzutreten. Seitens des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung war ein Programm ausgearbeitet, so dass wir bereits am Berliner Hauptbahnhof in Empfang genommen und mit dem bereitgestellten Bus zu unserem Hotel im Osten Berlins gefahren wurden. Nach dem Check-In und Beziehen der Zimmer traf man sich nach dem Abendessen bei anregenden Gesprächen zu einem gemütlichen Miteinander.

Am nächsten Morgen stand der Besuch des „Centrum Judaicum“ (Stiftung Neue Synagoge Berlin) auf dem Programm. Die Neue Synagoge mit der goldschimmernden Kuppel im maurischen Stil gehört zu den schönsten Bauwerken Berlins.

Die weithin gut sichtbare Kuppel der Neuen SYnagoge "Centrum Judaicum"

Bereits 1866 wurde sie zum jüdischen Neujahrsfest eingeweiht und war mit 3200 Sitzplätzen das größte jüdische Gotteshaus Deutschlands. Im Novemberpogrom wurde das Gebäude geschändet, vor größeren Schäden jedoch bewahrt, aber im Zweiten Weltkrieg von Bomber schwer beschädigt. Die restaurierten Geländeteile wurden 1995 als „Centrum Judaicum“ wieder eröffnet und erstrahlen nach der Umbauphase seit dem 5. Juli 2018 in neuem Glanz.Ein Rundgang durch die Ausstellung vermittelte anhand verschiedener Dokumente und Exponaten einen Eindruck davon, wie mannigfaltig die Formen jüdischen Lebens in Berlin waren.  Heute zählt die Neue Synagoge mit ihrem „Centrum Judaicum“ zu den wichtigsten Orten jüdischen Lebens in Deutschland.

Eingangsbereich des "Centrum Judaicum"

Der Besuch des Plenarsaals war zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen, so dass ein individueller Rundgang am Brandenburger Tor möglich war. Die friedliche Revolution, die vor 30 Jahren zum Mauerfall führte, wurde angetrieben von vielen Wünschen, Forderungen, Hoffnungen und Visionen unzähliger Menschen. Seitdem ist Berlin keine geteilte Stadt mehr – und dies wird gebührend gefeiert. Die auffälligste Kunstaktion der Jubiläumswoche konnte an der Straße des 17. Juni bestaunt werden. Ein Künstler hat 30.000 Botschaften und Wünsche zu einem bunt schillernden Farbteppich über der Straße bis zum Brandenburger Tor verknüpft, der scheinbar schwerelos im Wind schwebt.

Farbteppich mit 30.000 Botschaften anläßlich der friedlichenRevolution (Mauerfall) 

 

Das Brandenburger Tor

Ein weiterer Höhepunkt des Berlinaufenthalts war der Besuch des Reichstagsgebäudes. Dieses wurde bereits 1894 fertig gestellt und beherbergte schon den Reichstag des Deutschen Kaiserreiches, wie auch den der Weimarer Republik. In der Nacht zum 28. Februar 1933 schlugen Flammen aus der Kuppel des Reichstagsgebäudes. Der Plenarsaal und einige umliegende Räume brannten aus. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges stand das heftig umkämpfte Gebäude als Teilruine in einer von Trümmern geprägten Landschaft. Im November 1954 wurde aus statischen Gründen die Kuppel gesprengt, um das Gebäude zu entlasten.

Frontansicht des Reichstagsgebäudes

Obwohl die Art der Nutzung des Reichstagsgebäudes im geteilten Deutschland noch ungewiss war, beschloss der Bundestag den Wiederaufbau. Schon 1985 wurde auf Initiative von Bundeskanzler Helmut Kohl ein Gutachten eingeholt, wie das Gebäude – insbesondere im Falle einer Wiedervereinigung – genutzt werden könne und welche Umbauten dafür erforderlich wären. Dieses Gutachten wurde vertraulich behandelt. Der Architekt und Bildhauer Gottfried Böhm entwarf 1988 eine für Besucher begehbare Glaskuppel, die Offenheit und demokratische Teilhabe symbolisieren sollte.Mit dem Beschluss „Sitz des Deutschen Bundestages ist Berlin“ wurde am 20. Juni 1991 beschlossen, dass die Plenarsitzungen im Reichstagsgebäude stattfinden sollen. Der Umbau zu einem modernen Parlamentsgebäude dauerte bis 1999. Der 14. Deutsche Bundestag verabschiedete sich in Bonn in die Sommerpause und trat am 8. September 1995 erstmals im neuen Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zusammen.

Einer der Ecktürme des Reichstagsgebäudes

Nachdem wir nach dem Sicherheitscheck die große Freitreppe hinauf und dann durch die mächtigen Säulen des Portals gegangen sind, konnte man von der hohen Empfangshalle bereits das Herzstück des Deutschen Bundestages sehen: den Plenarsaal.

Der Plenarsaal, Herzstück des Bundestages

Über die Aufgaben und Geschichte referierte ein engagierter Vertreter des Presse- und Informationsamtes, ebenfalls erklärt wurden die einzelnen Sitzpositionen der Minister und Abgeordneten. Auch wurde die Arbeit während den Sitzungswochen angesprochen. Nach der Anreise am Montag und Treffen der Fraktionsvorstände, tagen bereits Untergremien der Fraktionen und bereiten die Ausschuss- und Plenarsitzung der laufenden Woche vor. Dienstags treten die einzelnen Ausschuss-Arbeitsgruppen der Fraktionen zusammen, nachmittags finden die Fraktionssitzung statt, während Mittwochmorgen die Ausschuss-Sitzungen stattfinden. Spätnachmittags folgen die „Fragestunde“ bzw. „Aktuelle Stunde“ im Plenarsaal. Besonders interessant sind die Plenumsdiskussionen Donnerstags und Freitags. Ein Bundestagsabgeordneter ist in der Regel acht bis fünfzehn Stunden pro Tag mit verschiedenen Tätigkeiten beschäftigt. Die oft mehrstündigen Fraktion-, Arbeitsgruppen-, Ausschuss- und Plenarsitzungen benötigen einen großen Zeitaufwand, daher sitzen oft nur Dutzende Mitglieder im Plenum. In der Regel handelt es sich um die Experten für das gerade besprochene Thema. Die interessante Stunde im Plenarsaal verging wie im Fluge. Im Anschluss hatten wir eine Diskussion mit einem hessischen Bundestagsabgeordneten, der sich hauptsächlich in dem Ausschuss für Gesundheit profiliert. Auf das Thema Kleingartenwesen angesprochen fühlte er sich nicht kompetent genug, so dass wir ihn zu einem Besuch in einer unseren Kleingartenanlagen eingeladen haben. Im Anschluss an das Gespräch hatten wir die Möglichkeit die Dachterrasse mit jener Glaskuppel zu betreten, die zum Wahrzeichen des Bundestages geworden ist.

Kuppel, das Wahrzeichen des Deutschen Bundestags

Tags glänzt sie, nachts leuchtet sie über der Stadt. In ihrer technischen Funktion bringt die Kuppel, ermöglicht wird dies durch ein trichterförmiges Lichtumlenkelement mit  360 Spiegeln, zusätzliches Tageslicht in den Plenarsaal. Umgekehrt transportiert der bis ins Plenum reichende Trichter die Abluft des Saales nach oben ins Freie.

Kuppel vom Plenarsaal aus betrachtet

Man hatte einen wunderbaren Blick auf die Stadt, konnte die angestrahlte Quadriga auf dem Brandenburger Tor sehen, das Lichtermeer Berlins sowie das Kanzleramt.

Angestrahlte Quadrige von der Terrasse des Bundestages aus gesehen

Mit dem Besuch der Gedenkstätte „Topographie des Terrors“, einer Dokumentationsstätte der NS-Verbrechen begann unser zweiter Programmtag. Für viele war es ein Ort, an dem der Schrecken gegenwärtig ist, ein Ort der Erinnerung und Mahnung. Unweit des Potsdamer Platzes befanden sich hier von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors: das Geheime Staatspolizeiamt mit eigenem Hausgefängnis, die Reichsführungs-SS, der Sicherheitsdienst (SD) der SS und während des Zweiten Weltkrieges auch das Reichssicherheitshauptamt.

Die bis 1945 genutzten Zentralen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als „wiederaufbaufähig“ eingestufte Bauten gesprengt und abgerissen. Das planierte Gelände wurde einer Bauschuttfirma und einen „Autodrom“ (Verkehrsübungsplatz) überlassen. Durch die Teilung der Stadt war das Gelände an den Rand West-Berlins gerückt und seit 1961 im Norden durch die Berliner Mauer begrenzt.

1987 wurde die Dokumentation auf dem „Prinz-Albrecht-Gelände“ präsentiert. Mit den zwischenzeitlich erfolgten Ausgrabungen historisch kommentierter Gebäuderesten wurde das Gelände erschlossen. Diese Ausstellung war ursprünglich nur im Rahmen der 750-Jahr-Feier gedacht, wurde jedoch aufgrund des Erfolges schließlich auf unbefristete Zeit verlängert. Durch die internationale Bedeutung des historischen Ortes wurde die Einrichtung eines Dokumentationszentrums empfohlen. Im November 2007 erfolgte der Baubeginn, 2010 fand die Eröffnung statt.

Das 200 m lange Reststück der Berliner Mauer an der Niederkirchnerstraße – die die Grenze zwischen den Bezirken Mitte (Berlin-Ost) und Kreuzberg (Berlin-West) markierte – wurde mit allen Spuren der Zerstörung aus der Zeit des Mauerfalls erhalten und 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Als eines der wenigen noch erhaltenen Mauerreste in der Stadt ist es auch eine der zentralen Stationen des Gesamtkonzeptes Berliner Mauer.

Nachdenklich ging es mit dem Bus zur Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. Auch hier wurden wir mit den Schreckenstaten der NS-Zeit konfrontiert. Das KZ Sachsenhausen, das sich im Stadtteil Sandhausen in Oranienburg, nördlich von Berlin befindet, hatte eine besondere Bedeutung im KZ-System. Es lag nahe an Berlin und somit dicht an der Gestapozentrale. Die am Reißbrett als idealtypisches Konzentrationslager konzipierte Anlage sollte dem Weltbild des Nationalsozialismus architektonisch Ausdruck geben und die Häftlinge auch symbolisch der absoluten Macht der SS unterwerfen. Das Gelände wies die Form eines gleichschenkligen Dreiecks auf. Um die Mittelachse herum wurden die Baracken gleichmäßig platziert. Mittig auf der Grundlinie stand der Turm A, dort hatte der SS-Lagerleiter seinen Machtsitz. Vor dem Turm erstreckte sich im Halbkreis der Appellplatz, dieser wurde von den Häftlingsunterkünften umhüllt, aus der Luft sah es aus wie ein Fächer.

Turm A, Eingang zum Appellplatz des KZ-SAchsenhausen

Weit über 200.000 Menschen mussten zwischen den Jahren 1936 bis 1945 im KZ Sachsenhausen einsitzen. Zunächst waren politische Gegner des NS-Regimes Häftlinge, später dann in immer größerer Zahl Angehörige der von den Nationalsozialisten als rassisch oder biologisch minderwertig erklärten Gruppen und ab 1939 zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas. Zehntausende Menschen überlebten den Horror im KZ nicht, aber nicht weil sie ermordet wurden, sondern an den Folgen der Misshandlungen, Krankheiten, Zwangsarbeit und Hunger gestorben sind. Mindestens 12.000 sowjetische Gefangene wurden durch gezielte Vernichtungsaktionen getötet. 1940 wurde auf dem Appellplatz eine Schuhprüfstrecke mit verschiedenen Bodenbelägen platziert. Die Häftlinge mussten täglich bis zu 40 km im Gleichschritt laufen um für die deutsche Lederindustrie das Material der Sohlen zu testen. Auf den Todesmärschen nach der Evakuierung des Lagers starben noch einmal Tausende von Häftlingen. Mehr als 3000 im Lager zurückgeblieben Kranke, Ärzte und Pfleger wurden im April 1946 von sowjetischen und polnischen Soldaten befreit.

Gut drei Monate nach Kriegsende verlegte der sowjetische Geheimdienst das Speziallager 7 in den Kernbereich des ehemaligen KZ-Sachsenhausen. In diesem Häftlingslager wurden unter anderen Sozialdemokraten, NS-Repräsentanten, Angehörige der Wehrmacht und teilweise absolut unberechtigte Verhaftete festgehalten.

Ab 1948 war Sachsenhausen das größte Speziallager in der sowjetisch besetzten Zone, bis zur Auflösung im März 1950 durch die DDR, die das Gelände für die Volkspolizei übernahm und teilweise als Kaserne nutzte. Die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen“ eröffnete 1961 und wurde bis jetzt mehrfach erweitert. Seit 2006 wird ein Teil des ehemaligen Lagerkomplexes von der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg genutzt.

Als Folge der friedlichen Revolution in der DDR und der Herstellung der deutschen Einheit ist die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen seit 1993 Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Die für unsere Generation nicht nachvollziehbaren Gräueltaten hinterließen bei uns einen tiefen Eindruck. So war es verständlich, dass die sonst übliche gute Laune während der Rückfahrt nicht besonders ausgeprägt war.

Am nächsten Morgen brachte uns der Bus zum Berliner Hauptbahnhof, wo wir uns bei unserer Betreuerin und unserem Betreuer für die tolle Fürsorge und Führungen bedankten und uns verabschiedeten. Wohlbehalten kamen wir am Nachmittag in Frankfurt an und traten die Fahrt nach Hause an.

Als Fazit ist festzustellen, dass es eine sehr gut organisierte Veranstaltung war, die uns die Geschichte ein wenig näherbrachte. Gleichzeitig konnten wir auch feststellen, wie sich unserer Bundeshauptstadt entwickelt und darstellt. Wir sind froh, heute in einer Gesellschaft zu leben, die auf dem Fundament einer demokratischen, rechtstaatlichen, liberalen, gleichberechtigten und sozialen Gesellschaft basiert. Besonders froh sind wir jedoch auch auf unsere Kleingärten, in denen das eben genannte Prinzip herrscht.

 

 

Stadt- und Erntedankfest in Wiesbaden

Dieses traditionsreiche und besonders bei Familien beliebte Fest ist eine gemeinsame Veranstaltung der Wiesbadener Landwirtschaft und des Grünflächenamtes. Traditionell stattet der Landwirt Ende September dem Schöpfer Dank ab für eine reiche Ernte, für den Schutz von Mensch, Tier und Pflanzen vor allen Gefahren in der Vergangenheit und erbittet den Segen für die Zukunft. So hat dieses Fest einen hohen Rang seit altersher in Kirche und Gesellschaft.  Als das Erntedankfest im Königreich Preußen 1773, also vor mehr als 244 Jahren erstmalig auf einen festen Termin festgelegt wurde, waren reiche Ernten selten, hingegen Missernten mit Teuerungen und Hungersnöten keineswegs ungewöhnlich.  Eine gute Ernte galt als Glücksfall für den Landwirt, heute leben wir in einer Zeit des Überflusses und globaler Märkte mit reich gedeckten Tischen.  

Der Stadt- und Kreisverband Wiesbaden der Kleingärtner e.V. hat das diesjährige Wiesbadener Stadtfest genutzt, sich und die ihm angeschlossene Vereine zu präsentieren. Im schön dekorierten Zelt wurden die ausgestellten Gemüsesorten interessierten Besuchern erklärt, eine besondere Faszination ging aber für die jüngeren Besucher von den Kürbissen und großen Rüben aus. Natürlich blieb es nicht nur beim Ansehen, vitaminreiche, frisch vom Baum gepflückte Äpfel und Birnen wurden zur Verkostung angeboten und fanden reißenden Absatz. 

Übersichtlich präsentieren wir die Früchte des Gartens

In einer Zeit, wo es zu jeder Jahreszeit frisches Gemüse und Obst im Lebensmittelmarkt gibt, stellt man sich dann doch die Frage, ob sich die Arbeit im Kleingarten überhaupt rentiert. Die Antwort hierauf ist ein eindeutiges Ja, denn die Bewegung in der frischen Luft erspart den Krankenkassen manche Kur, man befindet sich in guter Nachbarschaft, das menschliche Miteinander, die Kommunikation steht im Vordergrund und man sieht sein Obst und Gemüse heranwachsen – all diese schönen Begleiterscheinungen kann man im Laden nicht kaufen. Und sollte im Apfel mal ein kleiner Wurm sein – er fühlt sich dort wohl, denn Kleingärtner benutzen keine chemische Keule um besonders großes, gut aussehendes Obst zu erzeugen. Dass das selbst gezogene Obst und Gemüse auch einen besseren Geschmack hat als solches aus dem Supermarkt, ist unbestritten.

Ein weiterer Magnet waren die kostenlos abgegebenen Kalender mit wertvollen Tipps zur Gartenpflege; auch die Samentütchen mit Blumen, Salat und Gemüse fanden reißenden Absatz. So können schon zu Hause die ersten kleingärtnerischen Erfolge erzielt werden. 

Um den Bestäubern eine wichtige Nahrungsgrundlage zu bieten, wurden speziell für Bienen und Schmetterlinge konzipierte Samentütchen an interessierte Besucher verteilt. Eine weitere Anregung war die Verwendung von Paletten um hier drin Blumen evtl. als Abgrenzung dekorativ zu platzieren. Natürlich wurden auch fachliche Fragen kompetent und souverän von den Fachberatern geklärt und so konnten viele Probleme, die im häuslichen Garten aufgetaucht sind zur Zufriedenheit aller geklärt werden. Nicht in jedem Fall konnte man per Ferndiagnose helfen, doch es wurden viele nützliche Tipps mit nach Hause genommen

Neben den Informationsschriften des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde und der angeschlossenen Organisationen waren auch die Kinderbücher des Umweltministeriums ein Renner. Leisten sie doch spielerisch im frühkindlichen Alter bereits ihren pädagogischen Beitrag zum Umweltschutz. Auch die Geschicklichkeit wurde spielerisch trainiert, denn bei manchem Erwachsenen wurden Erinnerungen an seine Kindheit wach, als die Kinder dem mit dem Emblem des Stadt- und Kreisverbandes verzierten Jo-Jo tanzen ließen. Einige Elternteile demonstrierten ihrem Nachwuchs gekonnt ihr Können, daher war es verständlich, dass dieses beliebte Spielzeug begeistert mit nach Hause genommen wurde. Auch die Luftballons fehlten nicht und etwas Naschwerk wie die Gummibärchen war seitens der jüngeren Besucher ebenfalls gefragt.           

Tradition hatte beim Erntedankfest zudem die Präsentation alter Handwerkstechniken, und so gaben Korbmacher, Küfer, Schäfer und Töpfer Einblicke in ihre Arbeitsweisen. Die Kinder kamen ganz besonders auf ihre Kosten, denn im Kinderbauernhof beim Streicheln der Schafe und Rinder, beim Klettern auf der Strohpyramide oder bei Kutschfahrten durch den Park, wurde ihnen viel Abwechslung geboten.                                                                                                                           Für das Engagement der einzelnen Kleingärtner und des Organisationsteams sei an dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön gesagt, denn sie waren es, die durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.  

Einige unseres Beratungs- und Organisationteams

Durch die Präsenz, die kompetente Beratung sowie durch das Verteilen von Informationsmaterial hat der Stadt- und Kreisverband deutlich gemacht, dass Kleingärten ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Grüns sind. Kleingärten sind somit auch Freiräume von hohem biologischen Wert und Lebensraum für viele Tierarten, die einen wichtigen Faktor im Gesamtkreislauf der Natur darstellen.  

Mit seiner Präsentation stellte der Stadt- und Kreisverband auch in diesem Jahr erneut heraus, dass die Kleingärten zahlreiche äußerst wichtige Funktionen für alle Menschen erfüllen.
An dieser Stelle sei der tatkräftigen Unterstützung aus zahlreichen Kleingartenvereinen gedankt, durch die wir unseren Stand für die gesamte Dauer des Festes besetzen konnten. Herzlichen Dank!

Zu guter Letzt haben wir auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit genutzt für das Kinderhospiz Bärenherz Spenden zu sammeln und sind froh, dass in diesem Jahr gut 1000,- Euro für die Stiftung für todkranke Kinder zusammengekommen ist. Herzlichen Dank an alle Spender.

 

 

 

 

Dank für ehrenamtliche Vorstandsarbeit

Ehrenplakette des Stadt- und Kreisverbandes Wiesbaden der Kleingärtner an                      Gartenfreund Peter Rieth verliehen

Bei sommerlichen Temperaturen und  strahlend blauem Himmel konnten und in der schönen Kleingartenanlage Am Wasserwerk neben vielen Vereinsvorständen auch zahlreiche Ehrengäste begrüßt werden. So waren auch der neu gewählte Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Gert-Uwe Mende, die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Gabriele Enders, die Stadtverordnete Dr. Helga Brenneis und der Stadtverordnete Hartmut Bohrer der Einladung gefolgt. Ebenfalls anwesend war der stellvertretende Amtsleiter des Grünflächenamtes Wiesbaden Thomas Wilkerling und das Vorstandsmitglied Hans-Georg Koll vom Landesverband Hessen der Kleingärtner e. V..

 

Oberbürgermeister Gert Uwe Mende, Vorsitzender Klaus Beuermann, stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Gabriele Enders, Stadtverordnete Monika Becht mit Begleitung

 

Der Vorsitzende des Stadt- und Kreisverbandes Wiesbaden der Kleingärtner e. V. Klaus Beuermann wies darauf hin, dass diese Veranstaltung eine Anerkennung für all die ehrenamtlichen Tätigkeiten gedacht ist, die sich nicht immer einfach gestalten. Da die Vereine ja der Kitt der Gesellschaft sind, freute er sich sehr darüber, gerade diejenigen zu begrüßen, die als Motor des Vereins und durch ihr Engagement viel dazu beitragen, den Verein zusammenzuhalten und unserem Kleingartenwesen die Beachtung verschaffen, die es verdient. Ein besonderer Dank ging an den Vorstand des KGV Am Wasserwerk e. V. mit seinem Vorsitzenden Peter Schurzmann und sein Team für die hervorragende Organisation und ebenso ein Dankeschön an alle Vorstandskolleginnen und –kollegen für die stetige tatkräftige Unterstützung.

Für seine stille, unauffällige und weit über das normale Maß hinausgehende Tätigkeit wurde der Gfd. Peter Rieth vom KGV Hasengarten e. V. in einer Laudatio hervorgehoben. Da er beruflich in den Nachtstunden arbeiten muss, führt ihn sein Weg bereits nach der Arbeit direkt in den Garten, wo er mit Akribie und fachlichem Können derzeit das Vereinshaus zu einem wahren Schmuckkästchen ausbaut. Auch in seinem Urlaub steht er dem Verein und dem Verband tatkräftig zur Seite, so dass sich die Aufzählung seiner ehrenamtlichen Aktivitäten noch lange fortführen ließe. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung wurde er mit der Verleihung der Ehrenplakette des Stadt- und Kreisverbandes Wiesbaden der Kleingärtner e. V. für sein unermüdliches Engagement gewürdigt.

 

Übergabe der Ehrenplakette an Gartenfreund Peter Rieth

 

Klaus Beuermann erinnerte an den Spruch in den früheren Telefonzellen, nämlich: „Fasse Dich kurz“ und bat anschließend den Oberbürgermeister um sein Grußwort.

Gert Uwe Mende hob die Notwendigkeit und Nutzen von Kleingärten hervor, die ein Magnet für Erholung, Entspannung und naturverbundene Freizeitgestaltung sind. Die Förderung der Integration ausländischer Mitbürger, der Gesundheit und der Erholung sind seiner Auffassung nach nicht zu unterschätzende Aspekte. Auch lobte er das ehrenamtliche Handeln der jeweiligen Vorstände und versprach Unterstützung.  In den überreichten Briefumschlägen war ein finanzieller Beitrag, der dankbar angenommen wurde.

In angeregter Runde wurden Erfahrungen und Neuigkeiten ausgetauscht, sowie Probleme mit den politischen Vertretern erörtert. Der Vorsitzende des KGV Am Hasengarten e. V. Rolf-Dieter Beer und seine Vereinskollegen gratulierten ihrem Mitglied Peter Rieth für die empfangene Ehrung. Gleichzeitig wurden schon Absprachen für die Präsentation des Kleingartenwesens im Rahmen des Erntedankfestes der Landeshauptstadt Wiesbaden abgesprochen. Zwischenzeitlich wurde vom Organisationsteam des KGV Am Wasserwerk köstliche selbstgemachte Salate, gegrillte Steaks und Würstchen und gekühlte Getränke serviert, so dass die Zeit wie im Fluge verging und man bis in die späten Abendstunden zusammensaß.

An dieser Stelle noch einmal recht herzlichen Dank für die tolle Organisation und den Aufenthalt in der grünen Oase Am Wasserwerk.

Der Stadt- und Kreisverband hat sich über die zahlreichen Teilnehmer gefreut und wird im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung in einem anderen Kleingärtnerverein veranstalten.

 

Klaus Beuermann                                                                           Foto: Birgit Stammler

 

Neujahrsempfang mit Wintergrillen

Neujahrsempfang des Stadt- und Kreisverbandes Wiesbaden der Kleingärtner e. V.

An einem herrlichen Wintertag mit strahlend blauem Himmel beging der Stadt- und Kreisverband Wiesbaden der Kleingärtner e. V. im Vereinshaus des Kleingärtnervereins Mainz-Kastel e. V. seinen Neujahrsempfang.

Der Vorsitzende Klaus Beuermann und alle Vorstandsmitglieder zeigten sich erfreut darüber, dass man zahlreich der Einladung gefolgt war um im Kreise vieler Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie Vertretern aus Politik gemeinsam in das Jahr 2019 zu starten. Dies wurde als Signal gewertet, diesen traditionellen Empfang auch in Zukunft beizubehalten.

Die Anregung, den Empfang mit einem Wintergrillen zu unterstützen fand große Zustimmung und so bedankte man sich bei Thomas Wagner, dem Vorsitzenden des KGV Mainz-Kastel e. V., besonders dafür, dass er diese Aufgabe persönlich übernahm. Selbstverständlich ging der Dank auch an den stellvertretenden Vorsitzenden Alfred Stenner und dem Team mit Marita Loose, Ursel Stenner, Frank Besemer und Wilfried Sollmann.

Aus der Landeshauptstadt Wiesbaden waren viele Ehrengäste der Einladung gefolgt und so konnte Klaus Beuermann den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Herrn Michael David begrüßen. Aus dem Magistrat war der Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr, Herr Stadtrat Andreas Kowol anwesend, ebenso aus den Wiesbadener Rathausfraktionen die Fraktionsvorsitzende der SPD, Frau Nadine Ruf, die umweltpolitische Sprecherin der CDU, Frau Nicole Röck-Knüttel, der Stadtverordnete Herr Ronny Maritzen von Bündnis 90 / Die Grünen und Stadtverordneter Herr Hartmut Bohrer von die Linke / Piraten.                                                                     Ebenso herzlich wurde Herr Ernst Ewald Roth begrüßt, der seit der Neuwahl des Hessischen Landtages diesem nicht mehr angehört. Der Landesverband Hessen der Kleingärtner e. V. war mit seinem Vorstandsmitglied Hans-Georg Koll vertreten. Auch der Ehrenvorsitzende des Stadt-und Kreisverbandes Wiesbaden der Kleingärtner Herr Norbert Renz und unsere Ehrenkassiererin Frau Annemarie Kahlenberg fehlten nicht  in dieser illustren Runde. Besonders erfreut war man über den Besuch der Geschäftsführer des Kleingartenversicherungsdienstes, Frau Stefanie Westerfeld und Walter Voß, die den Weg von Köln nach Mainz-Kastel auf sich genommen haben.

Oberbürgermeister Sven Gerich wäre auch gerne schon zu diesem Zeitpunkt anwesend gewesen, musste aber zeitgleich einen anderen Termin wahrnehmen und hat versprochen  gegen 12:30 Uhr zu erscheinen.

Besonders erfreulich war es, dass viele Vorstandsmitglieder der angeschlossenen Vereine erschienen waren.

Mit dem Stoßseufzer eines unbekannten Autors „schon wieder ein neues Jahr – dabei hätte das alte doch noch für Monate gereicht“ hinterfragte Klaus Beuermann, ob auch bei allen anderen das Jahr 2018 rasend schnell vergangen sei. Dreht sich die Welt durch unsere modernen Kommunikationsmittel und durch das Internet gefühlsmäßig schneller? Somit ist das Phänomen „Zeit“ allgegenwärtig – gerade zum Jahreswechsel.

Der diesjährige Neujahrsempfang wurde unter das Motto "Veränderung" gestellt. Ihm sei bewusst, so der Vorsitzende, dass mehr denn je Neues Ängste vor Veränderungen auslöst und nur wenigen Veränderung sympathisch sind. Aber Veränderung bedeutet auch lernen, neue Wege zu beschreiten und Chancen zu ergreifen. Es geht um Toleranz in der Auseinandersetzung und um die Fähigkeit andere Entwürfe und Lösungen zu ertragen und sie letztlich auch zu akzeptieren.  Das dies nicht durch Spaltung, durch Dissonanz, durch Streit geht ist einleuchtend, es geht nur durch Kooperation, Zusammenarbeit und die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls.

Das Zitat des bekannten chinesischen Philosophen Lao Tse, "Verantwortlich ist man nicht nur für das was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut." sollte als Leitlinie genommen werden.

Mit dem Ändern der Jahreszahl, einem neuen Kalender stellt sich leicht der Eindruck ein, dass auch ganz neue Chancen und Möglichkeiten vor uns liegen. Nur ist ein Jahreswechsel keine wirkliche Zäsur, von daher sollte man davon ausgehen, die Dinge neu in die Hand zu nehmen. Dies gibt Zuversicht und eröffnet Perspektiven.

Rückblickend wurde festgestellt, dass ein von Höhen und Tiefen geprägtes Jahr liegt hinter uns liegt, jedoch bei optimistischer Betrachtungsweise waren die positiven Dinge in der Überzahl – und somit war es ein gutes Jahr. Viele spannende Wochen und Monate liegen noch in dem vor uns liegenden Jahr.

In einem Neujahrsempfang werden ja auch Wünsche geäußert, und so verband Klaus Beuermann das neue Jahr mit Wünschen für alle. Er wünschte  Gesundheit und Kraft, kluge Gedanken und die Gabe aufeinander zu hören und die gegenseitigen Meinungen zu respektieren. Aber auch den Mut, sich auf Neues einzulassen, Visionen zu wagen und anzupacken.

Er appellierte daran, dass in diesen unruhigen Zeiten Gemeinsinn und Zuversicht die wichtigsten Eigenschaften sind, die unser Handeln prägen sollten.  Mit der Anregung, den Anfang des Jahres als das begreifen, was er ist: ein Neu(jahrs)start  wies er darauf hin, dass das, was viele sich vielleicht vorgenommen jetzt in die Tat umgesetzt werden kann, was schon lange überfällig erscheint oder dringend notwendig ist. Hier spielte man den Ball zu den anwesenden Politikern und wies besonders an die finanzielle Unterstützung der Stadt für notwendige Infrastrukturmaßnahmen unserer Kleingärtner hin. Erwähnt wurde auch, dass man nicht vergessen dürfe, dass die Pflege des öffentlichen Grüns durch die Kleingärtner der Stadt einen nicht zu unterschätzenden Betrag einspart.

In seinem Schlusswort wurde die Gelegenheit ergriffen um Danke zu sagen. Allen voran den vielen ehrenamtlich Tätigen. Vieles, was ehrenamtlich getan wird, müsste entweder aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden oder aber es müsste teuer bezahlt werden. Von daher sind Ehrenamtliche, wie man so gerne sagt, tatsächlich mit Geld nicht  oder kaum zu bezahlen.   Mitmenschlichkeit oder Gemeinsinn lässt sich nicht verordnen oder einfordern.               Und ehrenamtliches Handeln hat, ganz gleich, worauf es sich richtet, einen höheren Wert als alles, was sich in Cent und Euro messen lässt.  Und so ist allen ehrenamtlich Tätigen ein ganz besonderer Platz einzuräumen. Denn durch ihr ehrenamtliches Engagement im vergangenen Jahr, ist unsere Welt ein wenig freundlicher, wärmer und mitmenschlicher geworden. Mit dem Aufruf aus unserem vielfältigen Gemeinschafts- und Vereinsleben die Kraft und die Leidenschaft zu schöpfen, um gemeinsam unsere Vereine liebens- und lebenswert zu erhalten und weiter zu gestalten und  jeder Einzelne auf seine Weise seinen Beitrag dazu leisten kann, beendete er die Ansprache und bat um die Grußworte.

Stadtrat Andreas Kowol nutzte diese Steilvorlage und lobte die Kleingärtner hinsichtlich ihres Mitwirkens bei der Gestaltung eines „grünen Stadtbildes“. Er ermunterte die Kleingärtner, dieses Engagement auch künftig mutig fortzusetzen, zumal Projekte auch von der Stadt finanziell unterstützt werden können.

Den von Klaus Beuermann angesprochenen Gemeinschaftssinn transformierte der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Michael David auf die politische Ebene der in die Schlagzeilen geratenen Landeshauptstadt. Er räumte „Fehlverhalten und Verdachtsmomente mancher Politiker“ ein. Vorkommnisse, die allerdings juristisch aufgeklärt werden müssten. Gleichwohl gelte es jetzt zu einer sachlichen Politik-Ebene zurückzukehren, statt „aufeinander einzuschlagen“, postulierte Michael David und wurde für seine diplomatische Rede mit großem Beifall bedacht. Eindrucksvolle Worte, die sowohl von den anwesenden Kommunalpolitikern als auch von den Kleingärtnern aufmerksam verfolgt wurden.

Trotz seines vollen Terminkalenders stattete Oberbürgermeister Sven Gerich den Kleingärtnern einen Besuch ab. In seinem Grußwort machte er deutlich, dass er schon immer einen „grünen Daumen“ für die Pflege der Pflanzen hatte und ein besonderes Faible für Stauden hat. Er dankte den Kleingärtnern für ihr ehrenamtliches Engagement und für die optische Aufwertung der Landeshauptstadt durch gepflegte Kleingärtenanlagen. Mit den frisch gegrillten Bratwürsten stärkte man sich und nutzte die Möglichkeit, sich mit anderen Kleingärtnern auszutauschen und sehnte sich bereits jetzt nach dem Frühling, um die Gartensaison richtig beginnen zu können.